Das Enneagramm als Hilfe für Autoren?

Es ist schon eine Weile her, seit ich das erste Mal über das Enneagramm gestolpert bin. Damals schon hatte es mich zum Staunen gebracht – aus hauptsächlich persönlichen Gründen.

Wer es noch nicht kennt: Das Enneagramm ist ganz knapp zusammengefaßt eine Art uralte Charkterkunde, nach der es 3×3 Charakter-Grundstrukturen gibt.

Wer mich kennt, weiß, dass ich eigentlich ein absoluter Gegner von Schubladisierungen bin. Das Bestechende am Enneagramm ist aber für mich, dass es nicht festlegt, sondern eine große Vielfalt aufzeigt. So ist beispielsweise Typ Nr. 5 nicht einfach nur 5 (auch, wenn das seine Grundstruktur ist), sondern er kann ebenfalls starke Ausprägungen in Richtung 4 oder 6 haben. Und unter ungünstigen Bedingungen kann sein Agieren und Reagieren dem von 7 oder bei günstigen Voraussetzungen dem von 8 entsprechen.

Erscheint auf den ersten Blick vielleicht etwas bunt, macht beim genaueren Hinsehen aber absolut Sinn. Und dann gibt das Enneagramm gewisse Einblicke, beispielsweise

… welche (früh-)kindlichen Erfahrungen und Prägungen bestimmten Charakterstrukturen zugrunde liegen könnten.

… oder welche Typen wie auf welche Herausforderungen reagieren könnten.

… oder wie die unterschiedlichen Charaktermuster mit- oder auch gegeneinander interagieren könnten.

Seht Ihr’s auch?

Das sind genau die Fragen, die wir für jedes neue Projekt unseren Protagonisten und Antagonisten und Statisten und allen anderen …isten stellen, damit sie keine oberflächlichen Marionetten bleiben.

So bietet das Enneagramm eine Palette an Möglichkeiten glaubwürdige Figuren zu erschaffen, die eine Hintergrundgeschichte haben, aus der ihre Begrenzungen und Möglichkeiten logisch gewachsen sind – Figuren, die innerhalb ihres Rahmens schlüssig handeln und ebenso nachvollziehbar Mist bauen, auch in ihren zwischenmenschlichen Beziehungen.

Da wäre ich wohl selbst nicht so schnell drauf gekommen, wäre ich nicht kürzlich wieder darüber gestolpert … durch einen Blogbeitrag von K.M.Weiland – eine amerikanische Autorin, die sich ebenfalls die Erkenntnisse des Enneagramms beim Entwickeln ihrer Romanfiguren zunutze macht.

Hilfreiche Bücher dazu:

Während ich bei meinem ersten Zusammenstoß mit der Thematik dieses hier gelesen und aufgesogen habe,

Richard Rohr, Andreas Ebert: „Das Enneagramm: Die 9 Gesichter der Seele“

finde ich jetzt unter dem Aspekt der Figurenentwicklung dieses umso reichhaltiger:

Maria-Anne Gallen, Hans Neidhardt: „Das Enneagramm unserer Beziehungen. Verwicklungen, Wechselwirkungen, Entwicklungen.“

Habt Ihr schon Erfahrungen mit dem Enneagramm als Schreibhelfer gemacht? Welche Hilfsmittel nehmt Ihr, um verschiedene möglichst realistische Charaktere zu entwerfen?

Herzliche Grüße,

Nel

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