… oder eben auch nicht.

Schon bei den eigenen Kindern ist die Namensgebung nicht nur einfach. Selbst wenn Du schon seit Kindertagen hundertprozentig weißt, wie Deine Kinder mal heißen sollen, bringt spätestens das andere Elternteil Schwung in die Auswahl. Möglicherweise kommen ja auch aus der Richtung hundertprozentig sichere Vorschläge. Nur, dass die sich ganz gewaltig von Deinen unterscheiden … Und dann wäre da ja auch die Zahl der Kinder, die die Auswahlmöglichkeiten zunehmend einengt.

Wir hatten uns vor der Geburt unseres ersten Kindes ein paar Kriterien überlegt, die nachher auch für die Geschwister galten: zwei Vornamen, möglichst nur zweisilbig, ein Name davon mit Bezug zur Familiengeschichte, beide Namen sollten eine besondere Bedeutung haben und auch noch gut mit dem Familiennamen zusammen klingen. Beim Ersten waren wir uns schnell einig, für beide Optionen. Beim Zweiten ging es auch noch. Danach dauerte die Suche und Beratung aber immer länger. Aber – logisch – alle haben schöne Namen abbekommen und sind selber zufrieden damit.

Wie sieht das nun mit den “anderen Kindern” eines Autors aus?

Meine aktuellen Kriterien für die Vornamen sind die: Namensbedeutung und Rolle in der Geschichte sollten übereinstimmen, Herkunftsort und -zeit sollten auch im Namen deutlich werden und – sehr subjektiv – (mir) sympathische Namen für sympathische Charakter und … die anderen … nun ja.

In meinem derzeitigen Schreibprojekt lief das recht gut. Bis auf eine Ausnahme. Sie hat ihre Wurzeln in einem anderen Land und weiß (noch) nichts davon. Also brauchte ich einen Namen, der typisch ist für das andere Land und dort eine ganz bestimmte Bedeutung hat, der aber für deutsche Ohren noch so gewöhnlich klingt, dass er auch von da stammen könnte. Nach langer Suche und einigen Kompromissen fühlt sich die Figur aber jetzt ganz wohl mit dem Vornamen 😃

Zum Thema Vornamen hat kürzlich auch Isa Schikorsky einen Beitrag veröffentlicht den ich hier gern verlinke: Die Tücken des Vornamens

Anders als bei den eigenen Kindern vergebe ich in meinen Geschichten aber auch noch Familiennamen. Auch die sollen ja irgendwie zur Bedeutung der Figur passen. Das habe ich so lange wie möglich aufgeschoben. Aber irgendwann ging es nicht mehr ohne. Und schließlich kam mir eine Idee: Wenn ich die Grundbedeutung der Person für die Geschichte in eine beliebige Sprache übersetze und das Ergebnis ein kleines bisschen bearbeite, kann ich mir einen interessanten Familiennamen basteln. Manchmal braucht es mehrere Anläufe. Aber es macht mir ziemlich Spaß. Und der Bonus: Selbst bei vielen Figuren behalte ich die richtigen Nachnamen im Kopf, weil ich eine Eselsbrücke habe.

Mit der Info könnte ich ja – sobald mein Buch das Licht der Welt erblickt hat – eine Challenge starten: Wer errät die Sprachen hinter den Namen meiner Figuren? 😎

Ich wünsche allen Schreiberlingen (und werdenden Eltern) frohes Namen(er)finden.

Ganz liebe Grüße,
Nel